Wer ist hier der Boss?
Gleich mit dem Star Wars-mäßigen Anfang steigt die Episode actionreich in die Handlung ein und hat auch mit Gul Evek gleich eine nette Verbindung zu The Next Generation und Deep Space Nine.
Danach werden nach und nach die Charaktere vorgestellt und dabei fällt insbesondere auf, dass Tom Paris ziemlich im Mittelpunkt steht (man könnte streckenweise meinen, er sei der Hauptprotagonist). Robert Duncan McNeill spielt die anderen locker an die Wand, vielleicht mit Ausnahme von Armin Shimerman, der als Quark genau wie Evek eine Verbindung zum restlichen Trek-Universum darstellt und den Staffelstab an die Voyager-Crew weitergibt.
Die anderen, sowieso dem Tode geweihten, Offiziere an Bord bleiben dann aber recht blass, was etwas schade ist, weil es einem dadurch relativ egal ist, wenn sie dann draufgehen. Das gilt insbesondere für den Erste Offizier, der es vorzieht, anstatt sich beim Einschlag der Verlagerungswelle an der Taktik-Station festzuhalten, zu seinem Stuhl nach vorn zu laufen (wo er dann ohne Sicherheitsgurt nach vorne gefallen wäre). Eine der dämlichsten Szenen der gesamten Serie. Sogar dämlicher als die Szene etwas später nach der Ankunft im Delta-Quadranten, als Janeways wichtigstes Problem war, die Frisur in Ordnung zu bringen, bevor sie sich um den Warpkernbruch kümmert. Die Farm-Szenen sind auch etwas nervig, aber die verdutzten Blicke der Sternenflottencrew entschädigt etwas dafür.
Was mich auch etwas gestört hat, war, wie Tuvoks Auftrag als Spion einfach so preis gegeben wurde, als Chakotay und sein Bodyguard bewaffnet auf der Brücke herumstanden. Nicht besonders clever, aber auch hier zeigt sich schon, dass Chakotay eine super zweite Geige abgeben wird.
Für all das entschädigt die ruhige Szene mit Tuvok und Janeway. Das bestehende Vertrauensverhältnis zwischen den beiden wird leider später viel zu selten aufgegriffen werden, aber hier passt es perfekt (auch wenn ich mich frage, warum Vulkanier nicht beunruhigt sein können, aber jemanden vermissen können?!).
Alles in allem ist "Der Fürsorger, Teil 1"/"Caretaker, Part I" ein guter Einstieg: spannend mit tollen Charakterisierungen und klasse Spezialeffekten (vor allem die fantastische Szene, als die Voyager in den Delta-Quadranten geschleudert wird).
Eine neue Star Trek Serie geht auf die Reise
Eine Premiere bei Star Trek, der erste weibliche Captain als Hauptdarsteller ist geboren. Wie bei jedem Pilotfilm von Star Trek dient auch dieser hauptsächlich dazu das neue Schiff und die Crew einzuführen. Zum Glück hat es Captain Kathrine Janeway nicht nötig in jedem zweiten Halbsatz zu betonen wie toll doch ihr Raumschiff ist. Die Idee ein Föderationsraumschiff in den weiten des Weltalls verschwinden zu lassen, ist interessant und macht Hoffnungen auf neue und spannende Abenteuer. Das Problem, das sich die Autoren dabei selbst geschrieben haben ist allerdings offensichtlich alte Feinde wie Romulaner, Klingonen oder auch die in Deep Space Nine bekannten Cardassianer spielen hier kaum eine Rolle. Wie auch?
Die Story ist durchaus gelungen, jedoch hätte man einiges besser machen können. Nicht zu letzt ist das Set der Voyager ein vollkommen anderes als bei TNG und DS9, ein kleines Schiff weit weg im Weltall.
Am interessantesten kann auch der Gastaufritt von Armin Shimmerman als Quark gesehen werden. Ähnlich bei zwischen TNG und DS9 übergibt auch hier ein Seriencharakter den Staffelstab weiter an die "Nächste Generation". Gerne hätte ich mehr von Quark gesehen, der hier doch mehr als böse und fies rüberkommt ... Jedoch wissen eingefleischte Star Trek Fans, dass ist er eigentlich garnicht.
Das Urheberrecht der Star Trek-Logos gehört Paramount Pictures bzw. CBS Television Studios. Die Bewertungsgrafiken wurden von Kuro erstellt. Ein besonderer Dank geht an Bastian Bringenberg für die Hilfe beim mod_rewrite.